Am 12.
Oktober 2009 hat IBM die neue Version 8.5.1 (z.Z. nur in Englisch) von Lotus Notes und dem zugehörigen
Domino-Server veröffentlicht. 8.5.1 - das klingt nach einem kleinen
Maintenance-Release und doch bringt es mehr Änderungen als alle anderen
Releases der vergangenen beiden Jahren, wie z.B. Xpages im Client, ein
verbesserter Designer, iPhone-Support sowie eine vereinfachte Lizenzierung.
Zukünftig
ist die Entwicklungsumgebung für Domino-Anwendungen kostenlos erhältlich. Die
Lizenzierung der Clients wird von über zehn auf nur noch zwei Varianten
reduziert (Messaging und Enterprise). Die Messaging Lizenzierung umfasst E-Mail, Kalender, Adressen, und eine Reihe
vorgefertigter Anwendungstypen wie Diskussionen und Blogs, sowie den einfachen
Zugriff auf Sametime und Quickr. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Anwender
per Notes, Web oder Mobiltelefon auf Domino zugreift. Wer eigene Anwendungen
programmiert oder eingekauft hat, braucht die Enterprise Lizenzierung.
Der Domino
Designer war ursprünglich ein Bestandteil von Lotus Notes. Das merkt man heute
noch, wenn sich Designer und Notes einmal gegenseitig in einem Thread
blockieren. Dann entschied sich Lotus, zwei unterschiedliche Lizenzen für
Entwickler und Endanwender anzubieten. Das ist jetzt vorbei. Interessierte
Entwickler können den Designer nun kostenlos herunterladen. In all den Jahren
ist allerdings die Komplexität gestiegen. Zu Formularen und Ansichten mit ein
wenig @-Funktionen gesellten sich über die Jahre LotusScript, Java und
neuerdings XPages, die in der Version 8.5.1 nicht nur im Web sondern auch im
Notes-Client laufen werden. Mit der Version 8.5.1 erhält Designer die seit
langem versprochenen Eclipse-Editoren für LotusScript und Java.
Seit der
Version 8.5 besteht für einen mobilen Zugriff von Handys via diverser
Partnerlösungen nun auch die Möglichkeit Lotus Traveler einzusetzen, der
Kalender, Adressen und Mails auf Windows Mobile und S60 brachte. Hier legt die
neue Version 8.5.1 entscheidend nach. Durch die Nutzung des Exchange
ActiveSync-Protokolls lassen sich nun auch iPhones anbinden. Ausserdem baut IBM
rudimentäre Management-Funktionen ein. So lassen sich nun auch S60-Handys sowie
die iPhones über das Netz sperren oder Inhalte löschen.
Lotus Notes
gibt es weiterhin in der Standard genannten Eclipse-Version für Windows, Mac
und Linux. Der Designer basiert zwar ebenfalls auf Eclipse, wird aber nur unter
Windows angeboten. Für Windows und Mac liefert IBM darüber hinaus auch eine
wesentlich Ressourcen schonendere Version an, Basic genannt. Der Server läuft
auf AIX, Linux, Solaris, Windows und System i; Lotus Traveler benötigt zwingend
einen Windows-Server.